Disziplinen 2020

Disziplinen Frauen

Die 60 Meter Hürden der Frauen werden präsentiert von:

Startnummer 768 

Als Sportdirektor Alain Blondel beim INDOOR MEETING am 10. Februar 2008 die Startnummern an die Athletinnen und Athleten verteilte, überreichte er Susanna Kallur die Nummer 768 – eine symbolträchtige Nummer. 7,68 (Sekunden) – das hätte Weltrekord bedeutet, der seit 18 Jahren im Besitz von Kallurs Landsfrau Ludmila Engquist war, die 1990 damals noch für die Sowjetunion laufend 7,69 Sekunden in Scheljabinsk erzielt hatte. Als Kallur ins Ziel stürmte, leuchteten auf der Anzeigentafel tatsächlich die Zahlen auf: 7 Sekunden, 6 Zehntel und 8 Hundertstel. Weltrekord! Kallur war aus dem Häuschen, Blondel war glücklich, das Publikum flippte aus und feierte die damals 26-Jährige voller Begeisterung. Der Weltrekord kam nicht ganz überraschend. Seit zehn Rennen war die Schwedin in der Halle ungeschlagen und schrammte schon eine Woche zuvor nur haarscharf an Engquists Bestmarke vorbei. Doch nicht nur Kallur war bei diesem Rennen in Topform. Im Sog der überragenden Schwedin liefen sämtliche Läuferinnen im Finale neue persönliche Bestleistungen und sorgten somit für eines der schnellsten Hürdenrennen unterm Hallendach. Auch heute hat dieser Hallenweltrekord noch Bestand und gelaufen wurde er beim INDOOR MEETING - damals noch in der Europahalle. Bei der letzten Auflage des Hürdensprints der Frauen im vergangenen Jahr ging der Sieg an die Niederländerin Nadine Visser, die sich am Ende in 7,97 Sekunden gegen die deutsche Hürdensprint-Königin Cindy Roleder durchsetzte (7,98 Sekunden).

Die 400 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Meeting-Rekord für die Ewigkeit?

Die 400 Meter gehören zu den Disziplinen, die zwar schon bei der ersten Auflage des Indoor Meetings 1985 gelaufen wurden, aber immer wieder nur ein kurzes Intermezzo im Meeting-Kalender gaben. Die letzte Auflage datiert aus dem Jahre 2011, als die Tschechin Zuzana Hejnová über die zwei Stadionrunden gewann. Dieselbe Zuzana Hejnová, die später als 400m-Hürdenläuferin für Furore sorgen sollte. Nach der Bronzemedaille bei den Olympischen Spien in London wurde sie sowohl bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau als auch im August 2015 in Peking Weltmeisterin über die 400m Hürden. Ihre 400-Meter-Zeit von 52,86 Sekunden, die sie bei ihrem Meeting-Sieg 2011 lief, war allerdings um einiges langsamer als die Zeit, die einst Helga Arendt beim Meeting erzielt hatte. Die Läuferin von der Eintracht Hamm spulte 1988 die zwei Stadionrunden in erstaunlichen 50,84 Sekunden herunter. Eine Zeit, die noch heute Meeting-Rekord bedeutet. Daran konnte auch bei der letzten Meeting-Auflage 2018 die Schweizerin Léa Sprunger nichts ändern. Sie lief die 400 Meter in der Karlsruher Arena in 52,03 Sekunden und gewann damit vor Anita Horvart aus der Slowakei (52,58 Sekunden).

1.500 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Von Szabo zu Dibaba

Die Namen der Frauen, die beim INDOOR MEETING KARLSRUHE bislang über die siebeneinhalb Stadionrunden am Ende die Nase vorn hatten, gehören mit zum Besten, was die Leichtathletik auf dieser Mittelstrecke in den fast 35 Jahren INDOOR MEETING in Karlsruhe zu bieten hatte und zu bieten hat. Eine der ganz Großen, die in der Europahalle zu Gast war und sich am Ende als Siegerin feiern lassen durfte, war beispielsweise die Rumänin Gabriela Szabo (1997). Insbesondere bei den Olympischen Spielen war Szabo erfolgreich.
Auch Theresia Kiesl aus Österreich (1996) und die ebenfalls aus Rumänien stammende Violeta Szekely (1999) konnten sich schon in die Siegerliste des Meetings eintragen. Dreimal konnte gar die Polin Lidia Chojecka siegen.
In den letzten Jahren bestimmten die Äthiopierinnen das Geschehen über die 1500 Meter. Gelete Burka (2010) und Genzebe Dibaba (2012 und 2013) waren nahe dran, den Meetingrekord unter die vier Minuten zu drücken und so war sich beim INDOOR MEETING 2014 Sportdirektor Alain Blondel auch sicher, dass diesmal der Meetingrekord fallen würde. Und er sollte Recht behalten: In 3:55,17 Minuten pulverisierte Genzebe Dibaba nicht nur den Meetingrekord sondern unterbot auch den Weltrekord von Elena Soboleva um mehr als drei Sekunden. Nur knapp am Meeitng-Rekord schrammte besagte Genzebe Dibaba bei der letzten Auflage der 1.500 Meter der Frauen am 3. Februar 2018 vorbei. In einer Zeit von 3:57,45 Minuten sicherte sich die Äthiopierin damals den Tagessieg und verwies damit Deutschlands Laufwunder Konstanze Klosterhalfen (4:04,00 Minuten) auf den zweiten Platz.

Der Hochsprung der Frauen wird präsentiert von:

Unvergessene Höhenflüge

Frägt man regelmäßige Meetingbesucher nach ihrem größten Gänsehauterlebnis beim INDOOR MEETING in den vergangenen Jahren, bekommt man sehr oft zur Antwort, dass dies das unglaubliche Hochsprungduell zwischen Ariane Friedrich und Blanka Vlasic im Jahre 2009 gewesen ist. Beide Frauen meisterten dabei die Wahnsinnshöhe von 2.05m, was für beide Meetingrekord bedeutete, doch am Ende triumphierte die Deutsche vor der Kroatin, aufgrund der Mehrversuchsregel in einem Wettkampf, der die Besucher zu Begeisterungsstürmen hinriss. Überhaupt hat der Frauenhochsprung eine große Tradition beim INDOOR MEETING und es waren große Namen, die große Höhen meisterten. Wie beispielsweise Heike Henkel, die Gold bei den Olympischen Spielen in Barcelona gewann und schon 1992 beim Indoor-Meeting über 2,04m floppte. Oder Alina Astafei , die ebenfalls die zwei Meter übersprang (1995) und eben Blanka Vlasic und Ariane Friedrich, die sich 2009 diesen unvergessenen Wettkampf lieferten. Im Rahmen der IAAF World Indoor Tour fand der Hochsprung der Frauen erst zweimal in Karlsruhe statt - 2016. Mit einer Höhe von 1,93 Meter sicherte sich das deutsche Hochsprung-Talent Marie-Laurence Jungfleisch, die sich in den Jahren 2013 bis 2017 den Deutschen Meistertitel im Freien sowie 2011, 2013, 2014, 2016 und 2017 in der Halle sicherte, auch an diesem Tag den Sieg. 2018 gewann die Bulgarin Mirela Demireva mit übersprungenen 1,95 Metern vor dem Ukrainischen Duo Yuliya Levchenko und Kateryna Tabashnyk, die gemeinsam mit 1,92 Metern auf Rang zwei landeten.

Der Weitsprung der Frauen wird präsentiert von:

Alles Heike oder was?

Seit etlichen Jahren ist Karlsruhe jetzt die Heimat von Heike Drechsler, deren Erfolge aufzuzählen, ein Blatt Papier vermutlich nicht reichen würde. Nur soviel: Fünf olympische Medaillen, darunter zwei Goldene für zwei Olympiasiege im Weitsprung (1992 Barcelona und 2000 Sydney), zwei WM-Titel im Freien, ebenfalls im Weitsprung (1983 und 1993), vier Freiluft-Titel in Folge bei Europameisterschaften (1986, 1990, 1994 und 1998) im Weitsprung und einmal EM-Gold über 200 Meter (1986), nebst zwei WM-Titeln in der Halle (Weitsprung und über 200 Meter) plus vier EM-Titel unterm Hallendach im Weitsprung. Dazu unzählige deutsche Meistertitel und last but not least viermalige Weitsprungsiegerin beim INDOOR MEETING (1993, 1994, 1995 und 2001). Dass sie darüber hinaus auch seit 1994 den Meetingrekord mit 7,06 Metern hält, bedarf fast keiner Erwähnung mehr. Ihre Bestleistung in der Halle steht bei 7,37 Meter – das ist Weltrekord unterm Hallendach. Sie ist die erfolgreichste Weitspringerin aller, die es je gab und nach wie vor dem INDOOR MEETING eng verbunden. Deshalb freut sie sich auch darüber, dass der Weitsprung, der 1985 zu den Gründungswettbewerben des Meetings gehörte, seit 2013 wieder zum Programm gehört. Mit keinem schlechten Ergebnis. Die Siegerin, Éloyse Lesueur sprang auf beachtliche 6,81 Meter und die Berlinerin Melanie Bauschke stellte als Zweite mit 6,68 Metern eine neue persönliche Bestleistung auf. Die letzte Auflage des Frauen-Weitsprungs 2018 entschied die Weltmeisterin von Doha 2019, Malaika Mihambo, mit ihrem Sprung auf 6,72 Metern für sich.

Die 60 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Die magischen sieben Sekunden

Von 1985 bis 2006 gehörten die 60 Meter zum festen Programm beim INDOOR MEETING KARLSRUHE. In dieser Zeit gaben sich so ziemlich alle die Ehre, deren schnelle Beine für schnelle Zeiten sorgten. Sei es nun Merlene Ottey oder Irina Privalova, die beide am 14. Februar 1992 in Madrid als erste Frauen auf der Welt unter sieben Sekunden liefen. Beide gehörten auch zu den Siegerinnen beim INDOOR MEETING. Ottey gewann 1995 und Privalova, die zwischenzeitlich den noch heute gültigen Weltrekord auf 6,92 Sekunden verbessert hatte, siegte 1996. Ihre damals erzielten 7,04 Sekunden sind nach wie vor Meeting-Rekord.
Ab 2010 mischte mit Verena Sailer auch eine deutsche Athletin wieder mit. Die 100-Meter-Europameisterin von 2010 in Barcelona musste sich beim Meeting 2013 der Bulgarin Ivet Lalova nur im Fotofinish geschlagen geben. Beide liefen zeitgleich in 7,19 Sekunden ins Ziel. 2014 konnte sie dann erstmals das INDOOR MEETING gewinnen. Mittlerweile ist Verena Sailer nicht mehr am Start, sie beendete ihre Karriere 2015. Drei Auflagen INDOOR MEETING dauerte es indes bis 2018 wieder eine deutsche Athletin triumphierte. Nach Dina Asher Smith aus Großbritanien (2015 in 7,12 Sekunden), Dafne Schippers aus den Niederlanden (2016 in 7,08 Sekunden) und der Jamaikanerin Gayan Evans (2017 in 7,14 Sekunden) war es 2018 Tatjana Pinto, die sich in 7,10 Sekunden den Sieg sicherte. Der Startschuss für ein tolles Jahr. Neben ihrem Sieg beim INDOOR MEETING sicherte sie sich damals auch den Deutschen Hallenmeistertitel über die 60 und 200 Meter sowie die Bronzemedaille mit der 4 Mal 100 Meter-Staffel bei den Europameisterschaften in Berlin. In der gleichen Zeit (7,10 Sekunden) gewann im vergangenen Jahr Ewa Swoboda den Frauensprint und zeigte da schon zu Jahresbeginn, dass ihr ein erfolgreiches Jahr bevorstehen würde. Dies bestätigte die Polin bei den Halleneuropameisterschaften in Glasgow, als sie sich Gold sicherte.

Die 3.000 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Fast neu, aber schon Kult

Es ist die längste Stecke beim INDOOR MEETING Karlsruhe: die 3000 Meter der Frauen. Erst seit 2010 gehört dieser Wettbewerb zum Meeting-Programm, sorgte aber schon bei seiner Premiere für große Begeisterung beim leichtathletikverrückten Karlsruher Publikum, das zu der langen Strecke schon seit jeher eine besondere Beziehung pflegt. Sicher hat das mit den unvergessenen Läufen eines Haile Gebrselassie bei den Männern zu tun, aber was die Frauen seit ihrem ersten Auftritt im Jahre 2010 den Zuschauern bieten, stand dem kaum nach. Seither gehören die 3.000 Meter beim INDOOR MEETING Karlsruhe zu den Stimmungsmachern im Programm. Letztmals wurden die 3.000 Meter bei den Frauen im Jahr 2017 gelaufen. Bei 8:26,41 Minuten blieb damals die Uhr beim Überqueren der Ziellinie stehen, was Europa- und Meeting-Rekord bedeutete. Gelaufen wurde diese klasse Zeit die amtierende Europameisterin über die 1.500 Meter, Laura Muir. Ein ebenso spannendes Rennen lieferten sich im vergangenen Jahr Melissa Courtnes aus Großbritanien, die Äthiopierinnen Alemaz Samuel und Guday Tsegay sowie die Deutsche Alina Reh, die beim Zieleinlauf nur etwas mehr als eine Sekunde trennten. Am Ende war es die Britin Melissa Courtney, die sich in einer Zeit von 8:43,36 Minuten den Sieg über die 15 Runden.

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

EUROPAREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

MEETINGREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

400 M Rekorde

WELTREKORD
Jarmila Kratochvilova - 00:49,59 - CSSR
07.03.1982, Mailand

EUROPAREKORD
Jarmila Kratochvilova - 00:49,59 - CSSR
07.03.1982, Mailand

MEETINGREKORD
Helga Arendt - 00:50,84 - GER
07.02.1988, Karlsruhe

1500 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014 Karlsruhe
 
EUROPAREKORD
Abeba Aregawi - 3:57,91 - SWE
06.02.2014, Stockholm
 
MEETINGREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014, Karlsruhe

Hochsprung Rekorde

WELTREKORD
Kajsa Bergqvist - 2.08 - SWE
04.02.2006, Arnstadt
 
EUROPAREKORD
Kajsa Bergqvist - 2.08 - SWE
04.02.2006, Arnstadt
 
MEETINGREKORD
Ariane Friedrich - 2.05 - GER
15.02.2009, Karlsruhe

Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Heike Drechsler - 7,37 - GER
13.02.1988, Wien
 
EUROPAREKORD
Heike Drechsler - 7,37 - GER
13.02.1988, Wien
 
MEETINGREKORD
Heike Drechsler - 7.06 - GER
31.01.1994, Karlsruhe

Zusatz: 60 M Rekorde

WELTREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
EUROPAREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
MEETINGREKORD
Irina Privalova - 00:07,04 - RUS
11.02.1996, Karlsruhe

Zusatz: 3000 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 08:16,60 - ETH
06.02.2014, Stockholm
 
EUROPAREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe
 
MEETINGREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe

Disziplinen Männer

Die 800 Meter der Männer werden präsentiert von:

Eine niemehr dagewesene Zeit

Gut 15 Jahre ist es jetzt her, dass ein junger Athlet aus Russland die Leichtathletikwelt über die 800 Meter regelrecht auf den Kopf stellte, denn eine so unorthodoxe Art, diese Mittelstrecke in Angriff zu nehmen, wie es Yuriy Borzakovskiy tat, hatte man zuvor noch nicht erlebt. Die Besucher des INDOOR MEETINGs im Jahre 2001 trauten jedenfalls ihren Augen nicht, als der damals 19-Jährige in der Europahalle seinen Gegnern zwei Runden lang weit hinterhertrabte und scheinbar aussichtslos zurücklag, aber in den letzten beiden Runden den Turbo zündete, der sein Markenzeichen werden sollte. Borzakovskiy rollte das gesamte Feld von hinten komplett auf, lief seine Gegner in Grund und Boden und siegte in einer Zeit, die noch nie zuvor beim Meeting gelaufen wurde und auch später nie mehr erreicht werden sollte. 1:44,15 Minuten zeigte die Uhr, als der junge Russe durchs Ziel stürmte. Das war Meetingrekord - der bis heute anhält - und sozusagen die internationale Geburtsstunde eines Superstars über die Mittelstrecke, der sich 2004 in Athen auch als Olympiasieger feiern lassen durfte. Beim INDOOR MEETING Karlsruhe am 2. Feburar 2018 gehörten die 800 Meter der Männer zur Hallenleichtathletik-Serie IAAF World Indoor Tour. Zum Auftakt der Tour siegte in Karlsruhe der Pole Marcin Lewandowski in 1:46,90 Minuten. 2019 siegte der Schwede Andreas Kramer, jedoch außerhalb des World Indoor Tour-Modus, in einer Zeit von 1:46, 52 Minuten vor dem US-Amerikaner Erik Sowinski (1:46,69 Minuten).

Die 3.000 Meter der Männer werden präsentiert von:

Hailes Welt

„Über 5.500 Menschen trampeln und schreien, was die Lungen hergeben, dumpf dröhnen die Trommeln in einem Rhythmus, bei dem jeder mit muss, eine frische Brise strömt von draußen durch das geöffnete Dach und es ist nicht Sommer und wir sind auch nicht in Rio beim Karneval. Es ist Januar, draußen ist es kalt und es gehört schon einige Fantasie dazu, will man jemandem, der zufällig in die Stadt kommt, erklären, warum man deshalb das Dach einer Halle öffnen muss. Versuchen zu erklären, warum die 5.500, die sich darin befinden, einen solch infernalischen Lärm verursachen, sollte man schon gleich gar nicht, aber vielleicht sollte man es mit einem Namen probieren. Etwas zungenbrecherisch zugegeben, aber zumindest denen geläufig, die der Leichtathletik verbunden sind und noch mehr denen, die wissen, dass der Allergrößte ein kleiner Mann aus Äthiopien ist, der auf den Namen Haile Gebrselassie hört.“ Mit diesen Zeilen beginnt ein Text, der am 17. Januar 1999 im SONNTAG erschien und auf das Topereignis beim damals 15. INDOOR MEETING KARLSRUHE hinwies. Die 3000 Meter mit der äthiopischen Lauflegende Haile Gebrselassie, der diese Strecke in der Europahalle insgesamt fünfmal gewann (1997,1998, 1999, 2003 und 2004) und dabei einmal Weltrekord lief. Natürlich ist die 98er Zeit von 7:26,15 Minuten des zweimalige Olympiasiegers über 10.000 Meter nach wie vor Meetingrekord und die 3000 Meter eine Kultstrecke, denn auch Dieter Baumann, der diese Strecke zweimal gewann, lief hier 1995 beim Meeting Europarekord in 7:37,51 Minuten. Eine Zeit, die nach wie vor deutscher Hallenrekord ist. Bei jeder Auflage der 3000 Meter ist die Stimmung in Karlsruhe ungebrochen hoch. So auch in der neuen Arena, wo die Mittelstreckendisziplin 2015, 2016, und 2018 aufgelegt wurde. 2018 entschied das Kenianische Duell Hagos Gebrhiwet, der damals in Weltjahresbestleistung von 7:37,91 Minuten vor Yomif Kejelcha (8:38,67 Minuten) die Ziellinie überquerte.

Der Stabhochsprung der Männer wird präsentiert von:

In Lobingers Wohnzimmer

Wenn einer sieben Mal bei derselben Veranstaltung gewonnen hat, darf er diesen Ort des Geschehens durchaus als sein „Wohnzimmer“ bezeichnen. Tim Lobinger hat das Kunststück fertig gebracht, in einem Zeitraum von elf Jahren sieben Mal den Stabhochsprung-Wettbewerb in der Europahalle zu gewinnen. Am 14. Februar 1997 stand er zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest. Sein letzter Meeting-Sieg datiert vom 10. Februar 2008. Dazwischen lagen Erfolge in den Jahren 1999, 2001, 2002, 2004 und 2005. Eines allerdings war ihm vergönnt: Der Meetingrekord blieb für den Mann, der 1997 als erster deutscher Stabhochspringer die magische Sechs-Meter-Marke im Freien überflog, unerreichbar. Den hielt viele Jahre lang Sergej Bubka mit 5,80 Metern, die er bei seinem Sieg 1991 übersprang. Ein Rekord, der von Michael Stolle 1998 eingestellt wurde, aber der erst 2013 vom französischen Olympiasieger der Spiele von London, Renaud Lavillenie mit 5,83 Meter überboten werden konnte. Doch 2015 (5,86 Meter) und 2016 mit übersprungenen 5,91 Meter egalisierte Lavillenie seinen 2013 eigens aufgestellten Meetingrekord. Damals setze er sich gegen den Canadier Shawnacy Barber sowie Raphael Holzdeppe durch. Während sich Raphael Holzdeppe 2016 noch mit dem dritten Platz begnügen musste, so konnte er sich zwei Jahre später bei der bislang letzten Auflage des Männer Stabhochsprungs feiern lassen. Mit einem fantastischen Sprung über 5,88 Meter, was für ihn heute noch persönliche Bestleistung in der Halle bedeutet, sicherte sich der Freiluft-Weltmeister von Moskau 2013 damals vor ausverkauftem Haus den Sieg vor Mr. Stabhochsprung Renaud Lavillenie (5,83 Meter).

Der Weitsprung der Männer wird präsentiert von:

Auf den Spuren des großen
Larry Myrriks

Schon bei der Erstauflage des INDOOR MEETINGs im Jahre 1985 war der Weitsprung-Wettbewerb der Männer mit am Start. Gewonnen hat ihn damals der US-Amerikaner Larry Myricks. Er gehörte in den 70er-Jahren zu den weltbesten Weitspringern. Insgesamt konnte er das Meeting in Karlsruhe viermal gewinnen. Zudem hält Myricks mit einer Weite von 8,38 Meter auch noch den aktuellen Meeting-Rekord. In seinen Anfängen gehörte der Weitsprung-Wettbewerb schon standartmäßig zum Repertoire des INDOOR MEETINGs. In den späten 90ern wurde jedoch bei der Programmgestaltung der Fokus vermehrt auf den Dreisprung gelegt. Erst im Jahre 2010 nahm man den Weitsprung wieder mit ins Programm. Der letzte deutsche Sieger im Weitsprung war 2016 Lokalmatador Julian Howard. 2015 musste er beim Premierenjahr in der Messehalle dem Spanier Eusebio Caceres den Vortritt lassen. Ein Jahr später sprang der Athlet der LG Region Karlsruhe auf 8,03 Meter, was den Sieg bedeutete.

800 M Rekorde

WELTREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

EUROPAREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

MEETINGREKORD
Yuriy Borzakovskiy - 01:44,15 - RUS
27.01.2001, Karlsruhe

3000 M Rekorde

WELTREKORD
Daniel Komen - 07:24,90 - KEN
06.02.1998, Budapest

EUROPAREKORD
Sergio Sánchez - 07:32,41 - ESP
13.02.2010, Valencia

MEETINGREKORD
Haile Gebreselassie - 07:26,15 - ETH
25.01.1998, Karlsruhe

Stabhochsprung Rekorde

WELTREKORD
Armand Duplantis - 6.18 - SWE
15.02.2020, Glasgow

EUROPAREKORD
Armand Duplantis - 6.18 - SWE
15.02.2020, Glasgow

MEETINGREKORD
Renaud Lavillenie - 5.91 - FRA
06.02.2016, Karlsruhe

Zusatz: Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Carl Lewis - 8,79 - USA
27.01.1984, New York

EUROPAREKORD
Sebastian Bayer - 8,71 - GER
08.03.2009, Turin

MEETINGREKORD
Larry Myricks - 8,38 - USA
07.02.1988, Karlsruhe