Stimmen der Athleten zum 33. INDOOR MEETING Karlsruhe

Laura Muir (Großbritannien)

Siegerin 3.000 Meter, 8:26,41 min

Ich hätte nicht erwartet, dass das Rennen so schnell würde wie es letztendlich geworden ist. Aber ich bin so schnell gelaufen wie ich konnte. Ich wusste allerdings, dass ich das Tempo nicht überziehen durfte. Ich bin sehr glücklich, dass ich in der Lage war zu zeigen was ich kann. Aber die 5.000 Meter bleiben meine Lieblingsstrecke. Ich habe im Training hart gearbeitet und ich hatte einen Monat lang keinen Wettkampf. Ich dachte, dass ich eine 8:30 würde laufen können, aber dieses Tempo und Europäischen Rekord? Das hätte ich nicht erwartet. In Birmingham werde ich versuchen Britischen Rekord über 1.000 Meter zu laufen. Und dann werde ich mich auf die Hallen-Europameisterschaften vorbereiten.

 

Kendra Harrison (USA)

Siegerin 60 Meter Hürden, 7,76 Sekunden

Ich liebe es, hierherzukommen. Die Fans hier sind super, die Leute sind immer sehr nett. Die Deutschen lieben Leichtathletik. Und ich freue mich, wenn ich ihnen eine gute Leistung zeigen kann. Ich hoffe, dass ich mich in den nächsten Rennen weiter steigern kann. Ich fühle mich richtig gut und habe sehr gut trainiert in den vergangenen Wochen. Das war nah dran an meiner persönlichen Bestzeit. Ich freue mich riesig auf die nächsten Wochen und insbesondere den Sommer mit der WM in London. Ich bin nicht sicher, ob ich in dieser Hallensaison nochmal nach Europa zurückkommen.

 

Cindy Roleder (SV Halle)

Zweite 60 Meter Hürden 7,90 sec

Ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Saisonbestleistung. Die Zeit ist gut, vor allem, weil ich jetzt viele Wettkämpfe aus dem Training heraus gemacht. Das stimmt mich positiv für weitere gute Zeiten. Für eine neue Bestzeit müssen auch einzelne Kleinigkeiten stimmen. Hier hat mir die Bahn sehr gut gefallen. Meine Hallen-Saison ist auf die Hallen-EM ausgerichtet. Von diesem Event fehlt mir noch eine Medaille in meiner Sammlung.

 

Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge)

Siegerin im Kugelstoßen, 18,41 m

Das war ein richtig geiler Wetkampf. Ich habe im Duell mit Anita Martón Nervenstärke bewiesen. Das ist genau das, was ich am Kugelstoßen liebe: Sich von Versuch zu Versuch hochzuarbeiten. In Düsseldorf hatte ich ja meinen Einstieg, und da ist es mir noch ein bisschen schwerer gefallen. Aber jetzt, beim zweiten Wettkampf, habe ich gemerkt, dass die Ansteuerung schon einfacher geht, die Technik leichter, einfach das Feeling besser ist. Ich freue mich, dass ich mich nun schon um 30 Zentimeter steigern konnte. Außerdem war die Stimmung hier toll und auch das führt dazu, dass man den Wettkampf mehr genießen kann. Vielen Dank für die tolle Unterstützung! Ich weiß, dass das auch die anderen Stoßerinnen pusht und uns allen Spaß macht. Ob ich bei der Hallen-DM starte oder beim IAAF Meeting in Birmingham, hängt von den nächsten Trainingseinheiten und Wettkampf-Resultaten ab, das bespreche ich dann noch mit meinem Trainer.

 

Anita Martón (Ungarn)

Zweite im Kugelstoßen, 18,34 m

Heute liefe es nicht so gut für mich. Nach dem Meeting in Düsseldorf haben Probleme an meinem Knöchel angefangen. Leider hatte ich sie heute auch noch. Ich hatte trotzdem gehofft, an meine Hallenbestleistung von dieser Saison, die 18,56 Meter, heranzukommen. Es hat nicht geklappt, schade. Jetzt geht’s weiter nach Sassnitz. Zwischen Christina und mir ist es diese Saison immer eng, hoffentlich kann ich sie dort wieder schlagen. 

 

Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen)

Sechste 3.000 Meter, 8:51,75 min

Nach dem Rennen brauchte ich eine kurze Zeit, um mein Resultat einzuordnen, weil ich meine Bestzeit nicht mehr genau wusste. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich eine so gute Zeit laufen konnte. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal im Höhentrainingslager und wusste nicht genau, wie ich das verkraften würde. Beim nächsten Wettkampf will ich eine gute 800-Meter-Zeit nachlegen. Für die Deutschen Meisterschaften nehme ich mir wieder ein schönes Rennen über 1.500 Meter vor, denke dabei aber nicht an konkrete Platzierungen oder Zeiten.

 

Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen)

Siegerin Stabhochsprung, 4,67 m

Es geht bei mir nicht um die Höhe, sondern nur darum, wie ich mit mir selbst klar komme. Am Anfang war ich etwas unsicher. Willkommen im nacholympischen Jahr (lacht). Keine Ahnung. Ich bin langsam in einen Rausch reingekommen während des Wettkampfes. Vor den 4,78 Metern habe ich das erste Mal den Stab gewechselt. Ich bin gut mit dem neuen Stab klargekommen. Wenn ich die Sprünge treffe, ist es von der Höhe her machbar. Den zweiten Versuch über 4,78 Meter habe ich natürlich verschenkt. Die Motivation ist absolut da. Ich konnte erstmals seit zwei Jahren im Herbst wieder durchtrainieren. Das hat vorher wegen meinem Fuß nicht geklappt. Die Vorbereitung war gut, aber die Technik ist immer etwas Spezielles. In Rouen waren es nur 4,40 Meter, weil ich Quatsch gemacht habe. Wenn man das in den Griff bekommt, geht es höher. Das war nicht aussagekräftig. Die Sprünge heute waren insgesamt gut. Der deutsche Rekord ist absolut fällig. Der ist mein großes Ziel. Vor zwei Jahren ist die Latte noch runtergefallen, als ich selbst auf der Matte war.

 

Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen)

Zweiter im Hochsprung; 2,26 Meter

Das war ein super Wettkampf. Mit der Höhe hatte ich schon geliebäugelt, aber ich habe einen neuen Anlauf, und dann ist das mit der Feinabstimmung immer so eine Sache. Das braucht Zeit und Sprünge, bis ich die Technik dann richtig umsetzen kann. Dass mein Anlauf auf der Bahn war, hat mich nicht sonderlich gestört. Ich musste zwar immer mal wieder kurz meine Markierung korrigieren, wenn gerade wieder gelaufen wurde, aber ich habe das alles gut ausblenden können und habe mich nicht irritieren lassen. Ich bin zufrieden.

 

Eike Onnen (Hannover 96)

Fünfter im Hochsprung, 2,21 m

Die EM-Norm wäre heute drin gewesen. Schade, dass die 2,26 Meter nicht liegengeblieben sind. Deswegen bin ich nicht ganz zufrieden. Aber die Tendenz ist aufsteigend. Nach den Olympischen Spielen habe ich lange Pause gemacht und bin einfach technisch noch nicht so sicher. Ich fühle mich beim Anlauf noch nicht so wirklich wohl. Deswegen komme ich nicht immer richtig in die Sprungauslage. Jetzt steht erstmal Anlauf üben im Blickpunkt. Die Ansteuerung beim Lauf muss ich jetzt verbessern. Das habe ich heute auch erst nicht hinbekommen. Vielleicht springe ich vor den Deutschen Meisterschaften noch in Gent, das ist noch nicht sicher.

 

Julian Howard (LG Region Karlsruhe)

Zweiter im Weitsprung;  7,97 Meter

Über die Weite freue ich mich besonders. Ich war die letzten drei Wochen in Jamaika, meine Familie besuchen, und habe dort in Eigeninitiative trainiert und zwar immer um 7 oder 8 Uhr morgens. Dass ich zwei Tage nach meiner Rückkehr dennoch so einen guten Wettkampf machen konnte, hat mich unter diesen Umständen schon ein bisschen überrascht. Generell ist für mich als Lokalmatador Karlsruhe natürlich ein gutes Pflaster, hier springe ich immer um die acht Meter. Das bin ich auch meinem Verein und meinem Umfeld irgendwie schuldig. Für die tolle Unterstützung, die ich von ihnen bekomme, möchte ich etwas zurück geben. Und dass das für mich dann mit Hallen-EM-Norm aus geht, ist eine Win-Win-Situation! Letztes Jahr bin ich auch in Karlsruhe am weitesten gesprungen, also muss das noch nichts heißen. Ich fühle mich aber gut, denke nun von Wettkampf zu Wettkampf und dann mal schauen, was dabei raus kommt.

 

Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe)

Fünfter über 800 m, 1:47,81 min

Sehr schön, dass es heute geklappt hat mit der Norm für die Hallen-EM! Ich wollte schnell laufen und einfach schauen, was geht. Die Positionskämpfe waren nicht perfekt, aber ich wollte mich auf keine Spielereien einlassen. Also war ich zwischendurch ganz hinten. Ich wollte erst auf den Geraden vorbeigehen. Als ich bei 700 Meter die 1:33 gesehen habe, wusste ich, dass ich es schaffe. Ich habe mich noch gut gefühlt hinten raus. Ich bin schon so oft an Normen vorbeigelaufen, endlich hat’s geklappt. Es ist ein tolles Gefühl, denn hier in Karlsruhe sind viele bekannte Gesichter auf der Tribüne. Drei Deutsche dürfen mit zur EM. Wir müssen natürlich erstmal die Deutschen Meisterschaften abwarten. Ich bin guter Dinge, dass es reicht.

Quelle: leichtathletik.de

 

Disziplinen Frauen

Die 60 Meter der Frauen werden präsentiert von:

 

Die magischen sieben Sekunden

Von 1985 bis 2006 gehörten die 60 Meter zum festen Programm beim INDOOR MEETING KARLSRUHE. In dieser Zeit gaben sich so ziemlich alle die Ehre, deren schnelle Beine für schnelle Zeiten sorgten. Sei es nun Merlene Ottey oder Irina Privalova, die beide am 14. Februar 1992 in Madrid als erste Frauen auf der Welt unter sieben Sekunden liefen. Beide gehörten auch zu den Siegerinnen beim INDOOR MEETING. Ottey gewann 1995 und Privalova, die zwischenzeitlich den noch heute gültigen Weltrekord auf 6,92 Sekunden verbessert hatte, siegte 1996. Ihre damals erzielten 7,04 Sekunden sind nach wie vor Meeting-Rekord.
Ab 2010 mischte mit Verena Sailer auch eine deutsche Athletin wieder mit. Die 100-Meter-Europameisterin von 2010 in Barcelona lief in den letzten drei Jahren immer vorne mit und musste sich beim Meeting 2013 der Bulgarin Ivet Lalova nur im Fotofinish geschlagen geben. Beide liefen zeitgleich in 7,19 Sekunden ins Ziel. 2014 konnte sie dann erstmals das INDOOR MEETING gewinnen. Im vergangenen Jahr reichte es in 7,22 Sekunden "nur" zu Platz 3 hinter Jessica Young aus den USA sowie der Siegerin Dina Asher-Smith aus Großbritanien (7,12 Sekunden). 2016 ging Verena Sailer nicht mit an den Start. Im Sommer zuvor beendete Sailer ihre Karriere. 2016 gewann bei der 32. Auflage des INDOOR MEETINGs Europas Sprint-Star Dafne Schippers in 7,08 Sekunden den 60 Meter-Wettbewerb der Frauen.

Die 800 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Mutola und die magischen Zweiminuten

Insgesamt vier Mal gewann Maria Lurdes Mutola beim INDOOR MEETING die 800 Meter. Die Olympiasiegerin der Spiele von Sydney 2000 und vielmalige Weltmeisterin im Freien und in der Halle hält auch den Meetingrekord, der seit dem 15. Februar 2004 bei 1:57,48 Minuten steht. Bei allen ihren vier Siegen in den Jahren 2002, 2004, 2005 und 2008  lief die Frau aus Mosambique schneller als zwei Minuten und prägte damit diese Strecke wie kaum ein andere. Doch schon zehn Jahre vor Mutolas Meetingrekord wurde die Zwei-Minuten-Marke zum ersten Mal unterboten. Die Rumänin Ella Kovacs, auch sie drei Mal beim Meeting erfolgreich, rannte 1994, bei ihrem dritten Meetingsieg die vier Stadionrunden in 1:59, 66 Minuten. Eine Zeit, die erst sechs Jahre später von der Russin Natalya Tsyganova um eine Hundertstelsekunde unterboten wurde. Auch deutsche Läuferinnen glänzten über die 800 Meter beim INDOOR MEETING. Gabi Lesch, die 1985 beim ersten Meeting gewann, war insgesamt drei Mal erfolgreich. Gabi Bußmann, Sigrun Grau und Christine Wachtel sowie als letzte deutsche Siegerin Heike Meißner, die 2001 gewann, durften sich ebenfalls über die 800 Meter feiern lassen. Die waren zuletzt 2009 im Meeting-Programm und da gewann die Italienerin Elisa Cusma, die zur Freude der Zuschauer in 1:59,25 Minuten erneut unter zwei Minuten blieb.

Die 3000 Meter der Frauen werden präsentiert von:

Fast neu, aber schon Kult

Es ist die längste Stecke, aber der jüngste Wettbewerb beim INDOOR MEETING KARLSRUHE: die 3000 Meter der Frauen. Erst seit 2010 gehört dieser Wettbewerb zum Meeting-Programm, sorgte aber schon bei seiner Premiere für große Begeisterung beim leichtathletikverrückten Karlsruher Publikum, das zu der langen Strecke schon seit jeher eine besondere Beziehung pflegt. Sicher hat das mit den unvergessenen Läufen eines Haile Gebrselassie bei den Männern zu tun, aber was die Frauen seit ihrem ersten Auftritt im Jahre 2010 den Zuschauern bieten, stand dem kaum nach. Jeder Lauf - mit Ausnahme von 2014 - endete bislang mit einem neuen Meetingrekord, der mittlerweile auf 8:35,28 Minuten steht.
Keine Geringere als Meseret Defar hat ihn Jahr aufgestellt. Die Äthiopierin, die auch den Weltrekord hält (8:23,72 Minuten ist mit vier WM-Titeln in der Halle seit Jahren das Maß aller Dinge auf dieser Strecke und zeigte dies beim letztjährigen Meeting auf eindrucksvolle Art und Weise.
Bei diesem Rennen lief übrigens eine junge deutsche Mittelstrecklerin auf den zweiten Platz. Corinna Harrer aus Regensburg steigerte sich in diesem Rennen mit der frenetischen Unterstützung der Zuschauer auf eine neue persönliche Bestleistung von 8.51,04 Minuten und war von diesem Lauf so beflügelt, dass sie bei den kurz darauf stattfindenden Hallen-Europameisterschaften in Göteborg die Silbermedaille gewann.
Das spektakulärste Rennen über die 15 Hallenrunden gab es 2011. Vier Läuferinnen lagen bis kurz vor dem Ziel fast gleichauf und am Ende trennten die Siegerin Mercy Njoroge (Kenia) nur 1,5 Sekunden vor der Viertplatzierten Mekdes Bekele aus Äthiopien. Premierensiegerin war 2010 übrigens Sylvia Chibiwott Kibet aus Kenia.

Der Stabhochsprung der Frauen werden präsentiert von:

 

Von Nicole Rieger bis Silke Spiegelburg

Als der Stabhochsprung der Frauen im Jahr 1992 zum ersten Mal beim INDOOR MEETING im Programm war, steckte diese Disziplin noch in den Kinderschuhen und die Technik, mit der sich die Frauen seinerzeit über die Latte schwangen, war längst noch nicht ausgereift. Aber die Aufnahme in das Programm des INDOOR MEETINGs gab dieser Disziplin einen riesigen Schub und so wurde das Karlsruher Meeting einer der Wegbereiter des Frauen-Stabhochsprungs. 3,80 Meter reichten der damaligen Siegern Nicole Rieger vom ASV Landau zum Sieg. Sieben Jahre später sprang Nicole Humbert, wie sie nach ihrer Heirat hieß, in Stockholm mit 4,56 Meter Weltrekord, was die rasante Entwicklung dieser Disziplin bei den Frauen verdeutlicht. In den Anfangsjahren prägten Nicole Humbert oder die Chinesinnen Sun Cayun und Cai Weiyan den Stabhochsprung beim Meeting. Später waren es Svetlana Feofanowa aus Russland, vielfache Medaillengewinnerin bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen oder die Polin Anna Rogowska. Auch sie ist mehrfach mit WM-,EM-und Olympia-Medaillen dekoriert. Die beiden letzten Auflagen in den Jahren 2011 und 2012 gewann die Leverkusenerin Silke Spiegelburg. 2011 stellte die 30-Jährige mit übersprungenen 4,71 Meter den aktuellen Meetingrekord auf. Zudem hält Spiegelburg mit 4,82 Meter den deutschen Rekord.

Das Kugelstoßen der Frauen werden präsentiert von:

 

Die starken Frauen kommen

Mit dem Kugelstoßen der Frauen hält eine neue Disziplin Einzug in das Programm des INDOOR MEETINGs, das sich damit erneut als ein Meeting zeigt, in dem auch die technischen Wettbewerbe so präsentiert werden können, dass die Leichtathletikfans auf ihre Kosten kommen. Das Kugelstoßen der Frauen gehört in Deutschland zu den auch international erfolgreichsten Disziplinen. In den letzten Jahren waren es Namen wie Astrid Kumbernuss, die 1996 in Atlanta olympisches Gold gewann und insgesamt drei Mal Weltmeisterin war. Oder aber Nadine Kleinert, die bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften insgesamt vier Silber- und zwei Bronzemedaillen verbuchen konnte. Zuletzt sorgte Christina Schwanitz für Aufruhr, die 2015 mit einem Stoß von 20,37 Meter den Weltmeistertitel holte und danach auch zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt wurde. In der Welt beherrschte in den letzten Jahren bis zu ihrer Verletzung Valerie Adams das Kugelstoßen. Die Neuseeländerin ist die einzige Athletin, die das Wurfgerät über 21 Meter wuchtete, nachdem die Zeit der fragwürdigen Rekordstöße aus den Achtziger Jahren vorbei war. Bei den Olympischen Spielen in Rio triumphierten allerdings weder Adams noch Schwanitz. Gold ging an die US-Amerikanerin Michelle Carter vor Valerie Adams, die nach ihrer Verletzungspause immerhin noch Silber gewann. Für Christina Schwanitz, die ebenfalls verletzungsbedingt fast die gesamte Saison fehlte, blieb in Rio nur Platz sechs.

Die 60 Meter Hürden der Frauen werden präsentiert von:

 

Startnummer 768 

Als Sportdirektor Alain Blondel beim INDOOR MEETING am 10. Februar 2008 die Startnummern an die Athletinnen und Athleten verteilte, überreichte er Susanna Kallur die Nummer 768 – eine symbolträchtige Nummer. 7,68 (Sekunden) – das hätte Weltrekord bedeutet, der seit 18 Jahren im Besitz von Kallurs Landsfrau Ludmila Engquist war, die 1990 damals noch für die Sowjetunion laufend 7,69 Sekunden in Scheljabinsk erzielt hatte. Als Kallur ins Ziel stürmte, leuchteten auf der Anzeigentafel tatsächlich die Zahlen auf: 7 Sekunden, 6 Zehntel und 8 Hundertstel. Weltrekord! Kallur war aus dem Häuschen, Blondel war glücklich, das Publikum flippte aus und feierte die damals 26-Jährige voller Begeisterung. Der Weltrekord kam nicht ganz überraschend. Seit zehn Rennen war die Schwedin in der Halle ungeschlagen und schrammte schon eine Woche zuvor nur haarscharf an Engquists Bestmarke vorbei. Doch nicht nur Kallur war bei diesem Rennen in Topform. Im Sog der überragenden Schwedin liefen sämtliche Läuferinnen im Finale neue persönliche Bestleistungen und sorgten somit für eines der schnellsten Hürdenrennen unterm Hallendach. Auch heute hat dieser Hallenweltrekord noch Bestand und gelaufen wurde er beim INDOOR MEETING - damals noch in der Europahalle.

60 M Rekorde

WELTREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
EUROPAREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
MEETINGREKORD
Irina Privalova - 00:07,04 - RUS
11.02.1996, Karlsruhe

800 M Rekorde

WELTREKORD
Jolanda Ceplak - 01:55,82 - SWN
03.03.2002, Wien

EUROPAREKORD
Jolanda Ceplak - 01:55,82 - SWN
03.03.2002, Wien

MEETINGREKORD
Maria Lurdes Mutola - 01:57,48 - MOZ
10.02.2008, Karlsruhe

3000 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 08:16,60 - ETH
06.02.2014, Stockholm
 
EUROPAREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe
 
MEETINGREKORD
Laura Muir - 08:26,41 - GBR
04.02.2017, Karlsruhe

Stabhochsprung Rekorde

WELTREKORD
Jennifer Suhr - 5,03 - USA
30.01.2016, Brockport
 
EUROPAREKORD
Jelena Isinbajewa - 5,03 - RUS
23.02.2012, Stockholm
 
MEETINGREKORD
Silke Spiegelburg - 4.76 - GER
13.02.2011, Karlsruhe

Kugelstoßen Rekorde

WELTREKORD
Helena Fibingerova - 22.50 - CSSR
19.02.1977, Jablonec
 
EUROPAREKORD
Helena Fibingerova - 22.50 - CSSR
19.02.1977, Jablonec
 
MEETINGREKORD
Christina Schwanitz - 18.41 - GER
04.02.2017, Karlsruhe

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

EUROPAREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

MEETINGREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

Disziplinen Männer

Die 60 Meter Hürden der Männer werden präsentiert von:

Der erste Sieger war ein Zehnkämpfer 

Im zweiten Jahr des INDOOR MEETINGs standen 1986 die 60 Meter Hürden der Männer zu ersten Mal auf dem Programm und der erste Sieger in dieser Disziplin war kein Spezialist, sondern ein Zehnkämpfer aus Deutschland. Guido Kretschmar gewann seinerzeit in 7,91 Sekunden. Ganz so überraschend kam der Sieg des Mannes aus Großheubach allerdings nicht, waren die Hürden doch eine der Schokoladendisziplinen des Olympiazweiten im Zehnkampf von 1976 in Montreal. In seinen Jugendjahren war Kretschmar sogar mehrmals deutscher Meister – auch über die Hürden. Der der Boykott der Olympischen Spiele von 1980 in Moskau brachte ihn vermutlich um einen Olympiasieg, stellte er doch in diesem Jahr einen Weltrekord im Zehnkampf auf.Auf der kurzen Hürdenstrecke dominierten in den weiteren Jahren allerdings die Spezialisten. Allen voran Colin Jackson. Der Waliser, der zwei WM-Titel im Freien, einen Titel in der Halle und eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gewann, vier Mal in Folge Freilufteuropameister wurde und in der Halle bei den Europameisterschaften 1994 in Paris das historische Double schaffte, als er sowohl über 60 Meter flach als auch über die Hürden den Titel holte. Zudem hält er auf dieser Strecke immer noch den Weltrekord in 7,30 Sekunden. Jackson, der sich gleich dreimal als Meetingsieger feiern lassen durfte, prägte den Hürdensprint in der Europahalle wie auch die Olympiasieger Liu Xiang (China), Dyron Robles (Kuba), Mark McKoy (Kanada) oder Allen Johnson (USA), die allesamt in Karlsruhe ihre Visitenkarte abgaben. Und Johnsons Meetingrekord von 7,38 Sekunden aus dem Jahr 1995 hielt bislang jedem Angriff stand.  

 

Die 1500 Meter der Männer werden präsentiert von: 

Baalas französisches Heimspiel

Fast ein Jahrzehnt lang war Mehdi Baala so etwas wie ein Dauergast beim INDOOR MEETING. Zudem trainierte der Mann aus dem nahen Straßburg regelmäßig in der Europahalle und so gerieten seine Auftritte fast zu einem Heimspiel – sei es über die 800 Meter, die 1000 Meter oder über die 1500 Meter, die er dreimal gewann. Belegte er bei seinem ersten Start im Jahr 2000 noch den zweiten Platz, holte er sich in den beiden darauf folgenden Jahren jeweils den Sieg. Seinen größten Erfolg feierte er genau neun Jahre nach seinem Debüt. Bei seinem dritten Meeting-Sieg über 1500 Meter stürmte er 2009 in 3:34,71 Minuten ins Ziel. Dies war zu diesem Zeitpunkt nicht nur europäische Jahresbestleistung sondern auch ein neuer französischer Hallenrekord. Zweimal (2002 in München und 2006 in Göteborg) wurde er Freiluft-Europameister, 2003 in Paris bei der Heim-WM holte er die Silbermedaille und bei den Olympischen Spielen in Peking erhielt er nachträglich die Bronzemedaille zugesprochen, weil der ursprüngliche Sieger Rashid Ramzi des Dopings überführt wurde. Die allermeisten seiner Erfolge feierte Baala im Freien. In der Halle fühlte er sich offenbar nur in Karlsruhe richtig wohl und hier gehört ihm immer noch eine Bestmarke. Über die 1000-Meter-Stecke lief er 2005 mit 2:17,01 Minuten einen Meetingrekord, der noch heute Bestand hat. Beim selben Meeting stellte auch Daniel Kipchirchir Komen einen neuen Meetingrekord auf. Über 1500 Meter. 3:33,08 Minuten lief der Kenianer. Auch dieser Rekord hat bis heute Bestand.  

 

Der Weitsprung der Männer wird präsentiert von:

 

Auf den Spuren des großen
Larry Myrriks

Schon bei der Erstauflage des INDOOR MEETINGs im Jahre 1985 war der Weitsprung-Wettbewerb der Männer mit am Start. Gewonnen hat ihn damals der US-Amerikaner Larry Myricks. Er gehörte in den 70er-Jahren zu den weltbesten Weitspringern. Insgesamt konnte er das Meeting in Karlsruhe viermal gewinnen. Zudem hält Myricks mit einer Weite von 8,38 Meter auch noch den aktuellen Meeting-Rekord. In seinen Anfängen gehörte der Weitsprung-Wettbewerb schon standartmäßig zum Repertoire des INDOOR MEETINGs. In den späten 90ern wurde jedoch bei der Programmgestaltung der Fokus vermehrt auf den Dreisprung gelegt. Erst im Jahre 2010 nahm man den Weitsprung wieder mit ins Programm. Die letzten beiden Jahre standen ganz im Zeichen von Lokalmatador Julian Howard. 2015 dachte man schon Lokalmatador Howard würde sich mit einer Weite von 8,04 Meter den Weitsprung-Titel beim Premierenjahr in der Messehalle 2 sichern, doch mit seinem letzten Sprung katapultierte sich der Spanier Eusebio Caceres mit 8,16 Meter ganz hoch aufs Treppchen. Ein Jahr später reichte es für Howard dann jedoch zum großen Sprung. Mit 8,03 Meter setzte er sich gegen den Briten Dan Bramble (7,72 Meter) und Salim Sdiri (7,69 Meter) aus Frankreich durch.

Der Hochsprung der Männer wird präsentiert von:

 

Nach 18 Jahren wieder im Programm

Es ist schon eine ganze Weile her, dass die Männer beim INDOOR MEETING in einem Hochsprung-Wettbewerb am Start waren. Zum letzten Mal war dies im Jahre 1999 der Fall. Seither gab es beim INDOOR MEETING keinen Männer-Hochsprung mehr im Programm. Dabei gehörte dieser Wettbewerb zu den Disziplinen beim allerersten Meeting im Jahre 1985 und auch in den beiden Folgejahren waren die Hochspringer am Start. Danach fand der Männerhochsprung aber nur noch drei Mal statt. Und mit dem Sieg des Russen Sergei Kluygin, der ein Jahr nach seinem Meetingerfolg im Jahre 1999, bei dem er 2,29 Meter übersprang, in Sydney Olympiasieger wurde, war die kurze Ära des Männerhochsprungs nach nur sechs Auftritten schon wieder beendet. Dabei waren es durchaus klangvolle Namen, die in dieser Zeit über die Latte floppten. Wie der Pole Artur Partyka, zweimaliger Silbermedaillengewinner bei Olympischen Spielen (Barcelona 1992 und Atlanta 1996), der beim Meeting 1990 mit übersprungen 2,25 Meter gewann. Auch der Meetingrekord von 2,31 Meter wird von Hochspringern gehalten, die zu ihrer Zeit zu den Weltbesten ihrer Zunft gehörten. Wie der Tscheche Jan Zvara, der seinen Meetingrekord aus dem Jahre 1986 mit übersprungen 2,31Meter allerdings mit Troy Kemp teilen muss. Der Mann von den Bahamas, der 1995 in Göteborg Weltmeister wurde, floppte 1994 beim Meeting ebenfalls über 2,31 Meter. Jetzt ist dieser Wettbewerb im Rahmen der IAAF World Indoor Tour zum ersten Mal seit 18 Jahren wieder im Meeting-Programm.

Die 800 Meter der Männer wird präsentiert von:

 

Turbo-Yuriy und sein atemberaubender Endspurt

Gut 15 Jahre ist es jetzt her, dass ein junger Athlet aus Russland die Leichtathletikwelt über die 800 Meter regelrecht auf den Kopf stellte, denn eine so unorthodoxe Art, diese Mittelstrecke in Angriff zu nehmen, wie es Yuriy Borzakovskiy tat, hatte man zuvor noch nicht erlebt. Die Besucher des INDOOR MEETINGs im Jahre 2001 trauten jedenfalls ihren Augen nicht, als der damals 19-Jährige in der Europahalle seinen Gegnern zwei Runden lang weit hinterhertrabte und scheinbar aussichtslos zurücklag, aber in den letzten beiden Runden den Turbo zündete, der sein Markenzeichen werden sollte. Borzakovskiy rollte das gesamte Feld von hinten komplett auf, lief seine Gegner in Grund und Boden und siegte in einer Zeit, die noch nie zuvor beim Meeting gelaufen wurde und auch später nie mehr erreicht werden sollte. 1:44,15 Minuten zeigte die Uhr, als der junge Russe durchs Ziel stürmte. Das war Meetingrekord und sozusagen die internationale Geburtsstunde eines Superstars über die Mittelstrecke, der sich 2004 in Athen auch als Olympiasieger feiern lassen durfte.

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Colin Jackson - 00:07,30 - GBR
06.03.1994, Sindelfingen
 
EUROPAREKORD
Colin Jackson - 00:07,30 - GBR
06.03.1994, Sindelfingen

MEETINGREKORD
Allen Johnson - 00:07,38 - USA
12.02.1995, Karlsruhe

1500 M Rekorde

WELTREKORD
Hicham el Guerrouj - 03:31,18 - MAR
02.02.1997

EUROPAREKORD
Andrés Díaz - 03:33,32 - ESP
24.02.1999

MEETINGREKORD
Daniel Kipchirchir Komen - 03:33,08 - KEN
13.02.2005

Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Carl Lewis - 8,79 - USA
27.01.1984, New York

EUROPAREKORD
Sebastian Bayer - 8,71 - GER
08.03.2009, Turin

MEETINGREKORD
Larry Myricks - 8,38 - USA
07.02.1988, Karlsruhe

Hochsprung Rekorde

WELTREKORD
Javier Sotomayor - 2,43 - CUB
04.03.1989, Budapest

EUROPAREKORD
Carlo Thränhardt - 2,42 - GER
26.02.1988, Berlin

MEETINGREKORD
Troy Kemp - 2,31 - BAH
01.03.1994, Karlsruhe

800 M Rekorde

WELTREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

EUROPAREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

MEETINGREKORD
Yuriy Borzakovskiy - 01:44,15 - RUS
27.01.2001, Karlsruhe