INDOOR MEETING KARLSRUHE

3. Februar 2018 - Halle 3 Messe Karlsruhe

INDOOR MEETING KARLSRUHE - Part of the IAAF World Indoor Tour

INDOOR MEETING steht für Leichtathletik auf höchstem Niveau. Seit über 30 Jahren präsentieren sich Olympiasieger sowie Weltmeister jeweils zu Jahresbeginn in Karlsruhe. Über 4.500 Zuschauer erleben legendäre Momente live, so wie z.B. den 1500m Hallen-Weltrekord der Äthiopierin Genzebe Dibaba im Jahr 2014.

Seit 2016 ist Karlsruhe Teil der vom internationalen Leichtathletik-Weltverband IAAF gegründeten Hallenleichtathletik-Serie "IAAF World Indoor Tour.

3. Februar - INDOOR MEETING Karlsruhe, 6. Februar - 13. International PSD Bank Meeting Düsseldorf, 8. Februar - Madrid Indoor Meeting,  10. Februar - New Balance Indoor Grand Prix Boston, 15. Februar -  Copernicus Cup Torun, 25. Februar - Müller Indoor Grand Prix Glasgow

Disziplinen Frauen

Startnummer 768 

Als Sportdirektor Alain Blondel beim INDOOR MEETING am 10. Februar 2008 die Startnummern an die Athletinnen und Athleten verteilte, überreichte er Susanna Kallur die Nummer 768 – eine symbolträchtige Nummer. 7,68 (Sekunden) – das hätte Weltrekord bedeutet, der seit 18 Jahren im Besitz von Kallurs Landsfrau Ludmila Engquist war, die 1990 damals noch für die Sowjetunion laufend 7,69 Sekunden in Scheljabinsk erzielt hatte. Als Kallur ins Ziel stürmte, leuchteten auf der Anzeigentafel tatsächlich die Zahlen auf: 7 Sekunden, 6 Zehntel und 8 Hundertstel. Weltrekord! Kallur war aus dem Häuschen, Blondel war glücklich, das Publikum flippte aus und feierte die damals 26-Jährige voller Begeisterung. Der Weltrekord kam nicht ganz überraschend. Seit zehn Rennen war die Schwedin in der Halle ungeschlagen und schrammte schon eine Woche zuvor nur haarscharf an Engquists Bestmarke vorbei. Doch nicht nur Kallur war bei diesem Rennen in Topform. Im Sog der überragenden Schwedin liefen sämtliche Läuferinnen im Finale neue persönliche Bestleistungen und sorgten somit für eines der schnellsten Hürdenrennen unterm Hallendach. Auch heute hat dieser Hallenweltrekord noch Bestand und gelaufen wurde er beim INDOOR MEETING - damals noch in der Europahalle.

Meeting-Rekord für die Ewigkeit?

Die 400 Meter gehören zu den Disziplinen, die zwar schon bei der ersten Auflage des Indoor Meetings 1985 gelaufen wurden, aber immer wieder nur ein kurzes Intermezzo im Meeting-Kalender gaben. Die letzte Auflage datiert aus dem Jahre 2011, als die Tschechin Zuzana Hejnová über die zwei Stadionrunden gewann. Dieselbe Zuzana Hejnová, die später als 400m-Hürdenläuferin für Furore sorgen sollte. Nach der Bronzemedaille bei den Olympischen Spien in London wurde sie sowohl bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau als auch im August 2015 in Peking Weltmeisterin über die 400m Hürden. Ihre 400-Meter-Zeit von 52,86 Sekunden, die sie bei ihrem Meeting-Sieg 2011 lief, war allerdings um einiges langsamer als die Zeit, die einst Helga Arendt beim Meeting erzielt hatte. Die Läuferin von der Eintracht Hamm spulte 1988 die zwei Stadionrunden in erstaunlichen 50,84 Sekunden herunter. Eine Zeit, die noch heute Meeting-Rekord bedeutet. Daran konnte auch bei der letzten Meeting-Auflage 2016 die US-Amerikanerin Natasha Hastings nichts ändern. Sie lief die 400 Meter in der Karlsruher Arena in 52,60 Sekunden und gewann damit vor Sara Slot Petersen aus Dänemark (52,80 Sekunden).

Von Szabo zu Dibaba

Die Namen der Frauen, die beim INDOOR MEETING KARLSRUHE bislang über die siebeneinhalb Stadionrunden am Ende die Nase vorn hatten, gehören mit zum Besten, was die Leichtathletik auf dieser Mittelstrecke in den fast 35 Jahren INDOOR MEETING in Karlsruhe zu bieten hatte und zu bieten hat. Eine der ganz Großen, die in der Europahalle zu Gast war und sich am Ende als Siegerin feiern lassen durfte, war beispielsweise die Rumänin Gabriela Szabo (1997). Insbesondere bei den Olympischen Spielen war Szabo erfolgreich.
Auch Theresia Kiesl aus Österreich (1996) und die ebenfalls aus Rumänien stammende Violeta Szekely (1999) konnten sich schon in die Siegerliste des Meetings eintragen. Dreimal konnte gar die Polin Lidia Chojecka siegen.
In den letzten Jahren bestimmten die Äthiopierinnen das Geschehen über die 1500 Meter. Gelete Burka (2010) und Genzebe Dibaba (2012 und 2013) waren nahe dran, den Meetingrekord unter die vier Minuten zu drücken und so war sich beim INDOOR MEETING 2014 Sportdirektor Alain Blondel auch sicher, dass diesmal der Meetingrekord fallen würde. Und er sollte Recht behalten: In 3:55,17 Minuten pulverisierte Genzebe Dibaba nicht nur den Meetingrekord sondern unterbot auch den Weltrekord von Elena Soboleva um mehr als drei Sekunden. 2016 bei der letzten Auflage der 1500 Meter der Frauen beim INDOOR MEETING Karlsruhe sorgte jedoch eine Deutsche für Furore und atemberaubende Stimmung in der Arena. Zwar reichte es am Ende für Konstanze Klosterhalfen wegen einer zu starken Axumawit Embaye aus Äthiopien nicht ganz zum Sieg, dennoch lief die gebürtige Bonnerin, die für den TSV Bayer 04 Leverkusen an den Start geht, in einer Zeit von 4:08,38 Minuten U20-Hallen-Europarekotd.

Unvergessene Höhenflüge

Frägt man regelmäßige Meetingbesucher nach ihrem größten Gänsehauterlebnis beim INDOOR MEETING in den vergangenen Jahren, bekommt man sehr oft zur Antwort, dass dies das unglaubliche Hochsprungduell zwischen Ariane Friedrich und Blanka Vlasic im Jahre 2009 gewesen ist. Beide Frauen meisterten dabei die Wahnsinnshöhe von 2.05m, was für beide Meetingrekord bedeutete, doch am Ende triumphierte die Deutsche vor der Kroatin, aufgrund der Mehrversuchsregel in einem Wettkampf, der die Besucher zu Begeisterungsstürmen hinriss. Überhaupt hat der Frauenhochsprung eine große Tradition beim INDOOR MEETING und es waren große Namen, die große Höhen meisterten. Wie beispielsweise Heike Henkel, die Gold bei den Olympischen Spielen in Barcelona gewann und schon 1992 beim Indoor-Meeting über 2,04m floppte. Oder Alina Astafei , die ebenfalls die zwei Meter übersprang (1995) und eben Blanka Vlasic und Ariane Friedrich, die sich 2009 diesen unvergessenen Wettkampf lieferten. Im Rahmen der IAAF World Indoor Tour fand der Hochsprung der Frauen erst einmal in Karlsruhe statt - 2016. Mit einer Höhe von 1,93 Meter sicherte sich das deutsche Hochsprung-Talent Marie-Laurence Jungfleisch, die sich in den Jahren 2013 bis 2017 den Deutschen Meistertitel im Freien sowie 2011, 2013, 2014, 2016 und 2017 in der Halle sicherte, auch an diesem Tag den Titel bei der damals 32. Auflage des Karlsruher INDOOR MEETINGs.

Alles Heike oder was?

Seit etlichen Jahren ist Karlsruhe jetzt die Heimat von Heike Drechsler, deren Erfolge aufzuzählen, ein Blatt Papier vermutlich nicht reichen würde. Nur soviel: Fünf olympische Medaillen, darunter zwei Goldene für zwei Olympiasiege im Weitsprung (1992 Barcelona und 2000 Sydney), zwei WM-Titel im Freien, ebenfalls im Weitsprung (1983 und 1993), vier Freiluft-Titel in Folge bei Europameisterschaften (1986, 1990, 1994 und 1998) im Weitsprung und einmal EM-Gold über 200 Meter (1986), nebst zwei WM-Titeln in der Halle (Weitsprung und über 200 Meter) plus vier EM-Titel unterm Hallendach im Weitsprung. Dazu unzählige deutsche Meistertitel und last but not least viermalige Weitsprungsiegerin beim INDOOR MEETING (1993, 1994, 1995 und 2001). Dass sie darüber hinaus auch seit 1994 den Meetingrekord mit 7,06 Metern hält, bedarf fast keiner Erwähnung mehr. Ihre Bestleistung in der Halle steht bei 7,37 Meter – das ist Weltrekord unterm Hallendach. Sie ist die erfolgreichste Weitspringerin aller, die es je gab und nach wie vor dem INDOOR MEETING eng verbunden. Deshalb freut sie sich auch darüber, dass der Weitsprung, der 1985 zu den Gründungswettbewerben des Meetings gehörte, seit 2013 wieder zum Programm gehört. Mit keinem schlechten Ergebnis. Die Siegerin, Éloyse Lesueur sprang auf beachtliche 6,81 Meter und die Berlinerin Melanie Bauschke stellte als Zweite mit 6,68 Metern eine neue persönliche Bestleistung auf.

Die magischen sieben Sekunden

Von 1985 bis 2006 gehörten die 60 Meter zum festen Programm beim INDOOR MEETING Karlsruhe. In dieser Zeit gaben sich so ziemlich alle die Ehre, deren schnelle Beine für schnelle Zeiten sorgten. Sei es nun Merlene Ottey oder Irina Privalova, die beide am 14. Februar 1992 in Madrid als erste Frauen auf der Welt unter sieben Sekunden liefen. Beide gehörten auch zu den Siegerinnen beim INDOOR MEETING. Ottey gewann 1995 und Privalova, die zwischenzeitlich den noch heute gültigen Weltrekord auf 6,92 Sekunden verbessert hatte, siegte 1996. Ihre damals erzielten 7,04 Sekunden sind nach wie vor Meeting-Rekord.
Ab 2010 mischte mit Verena Sailer auch eine deutsche Athletin wieder mit. Die 100-Meter-Europameisterin von 2010 in Barcelona lief in den letzten drei Jahren immer vorne mit und musste sich beim Meeting 2013 der Bulgarin Ivet Lalova nur im Fotofinish geschlagen geben. Beide liefen zeitgleich in 7,19 Sekunden ins Ziel. 2014 konnte sie dann erstmals das INDOOR MEETING gewinnen. Im vergangenen Jahr sicherte sich die Jamaikanerin Gayon Evans den Sieg in der Karlsruher Leichtathletik-Arena. Während sie im Vorlauf noch der Britin Dina Asher-Smith den Vortritt lassen musste, sicherte sie sich im Finallauf in einer Zeit von 7,14 Sekunden den Sieg beim INDOOR MEETING Karlsruhe. Am Ende sicherte sich Evans mit ihrem Sieg in Karlsruhe, einem zweiten Platz in Birmingham sowie einem dritten Rang in Torun den Gesamtsieg bei der IAAF World Indoor Tour 2017.

60 M Hürden Rekorde

WELTREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

EUROPAREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

MEETINGREKORD
Susanna Kallur - 00:07,68 - SWE
10.02.2008, Karlsruhe

400 M REKORDE

WELTREKORD
Jarmila Kratochvilova - 00:49,59 - CSSR
07.03.1982, Mailand

EUROPAREKORD
Jarmila Kratochvilova - 00:49,59 - CSSR
07.03.1982, Mailand

MEETINGREKORD
Helga Arendt - 00:50,84 - GER
07.02.1988, Karlsruhe

1500 M Rekorde

WELTREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014 Karlsruhe
 
EUROPAREKORD
Abeba Aregawi - 3:57,91 - SWE
06.02.2014, Stockholm
 
MEETINGREKORD
Genzebe Dibaba - 03:55,17 - ETH
01.02.2014, Karlsruhe

Hochsprung Rekorde

WELTREKORD
Kajsa Bergqvist - 2.08 - SWE
04.02.2006, Arnstadt
 
EUROPAREKORD
Kajsa Bergqvist - 2.08 - SWE
04.02.2006, Arnstadt
 
MEETINGREKORD
Ariane Friedrich - 2.05 - GER
15.02.2009, Karlsruhe

Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Heike Drechsler - 7,37 - GER
13.02.1988, Wien
 
EUROPAREKORD
Heike Drechsler - 7,37 - GER
13.02.1988, Wien
 
MEETINGREKORD
Heike Drechsler - 7.06 - GER
31.01.1994, Karlsruhe

Zusatz: 60 M Rekorde

WELTREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
EUROPAREKORD
Irina Privalova - 00:06,92 - RUS
11.02.1993, Madrid
 
MEETINGREKORD
Irina Privalova - 00:07,04 - RUS
11.02.1996, Karlsruhe

Disziplinen Männer

Reaktionszeit ist alles

In knapp sechseinhalb Sekunden ist alles vorüber, wenn es über die kürzeste Strecke in der Halle geht. Daraus wird ersichtlich, welche Bedeutung ein guter Start über die 60 Meter hat und wie schmal der Grat zwischen Topreaktion und Frühstart ist. In der Geschichte des INDOOR MEETINGs war es ein Franzose, der die beste Balance in Sachen Reaktionszeit gefunden hatte. Ronald Pognon trommelte im Jahre 2005 die 60 Meter in 6,45 Sekunden herunter, was seinerzeit Europarekord bedeutete, der erst vier Jahre später in Turin vom Briten Dwaine Chambers auf 6,42 Sekunden verbessert wurde. Ein einziges Mal gab es auch einen deutschen Sieger in der Geschichte des Meetings. 1999 war es Marc Blume vom TV Wattenscheid, der auf der kurzen Sprintstrecke in 6,54 Sekunden gewinnen konnte. In den letzten Jahren waren die 60 Meter nur noch selten im Meeting-Programm. Der Jamaikaner Lerone Clarke gewann 2011 - damals noch in der Europahalle. 2016 bei der Neuauflage in der Messehalle sicherte sich der US-Amerikaner Mike Rodgers in einer Zeit von 6,52 Sekunden den Sieg vor Kim Collins aus St. Kitts und Nevis.

Turbo-Yuriy und sein atemberaubender Endspurt

Gut 15 Jahre ist es jetzt her, dass ein junger Athlet aus Russland die Leichtathletikwelt über die 800 Meter regelrecht auf den Kopf stellte, denn eine so unorthodoxe Art, diese Mittelstrecke in Angriff zu nehmen, wie es Yuriy Borzakovskiy tat, hatte man zuvor noch nicht erlebt. Die Besucher des INDOOR MEETINGs im Jahre 2001 trauten jedenfalls ihren Augen nicht, als der damals 19-Jährige in der Europahalle seinen Gegnern zwei Runden lang weit hinterhertrabte und scheinbar aussichtslos zurücklag, aber in den letzten beiden Runden den Turbo zündete, der sein Markenzeichen werden sollte. Borzakovskiy rollte das gesamte Feld von hinten komplett auf, lief seine Gegner in Grund und Boden und siegte in einer Zeit, die noch nie zuvor beim Meeting gelaufen wurde und auch später nie mehr erreicht werden sollte. 1:44,15 Minuten zeigte die Uhr, als der junge Russe durchs Ziel stürmte. Das war Meetingrekord und sozusagen die internationale Geburtsstunde eines Superstars über die Mittelstrecke, der sich 2004 in Athen auch als Olympiasieger feiern lassen durfte.

Hailes Welt

„Über 5.500 Menschen trampeln und schreien, was die Lungen hergeben, dumpf dröhnen die Trommeln in einem Rhythmus, bei dem jeder mit muss, eine frische Brise strömt von draußen durch das geöffnete Dach und es ist nicht Sommer und wir sind auch nicht in Rio beim Karneval. Es ist Januar, draußen ist es kalt und es gehört schon einige Fantasie dazu, will man jemandem, der zufällig in die Stadt kommt, erklären, warum man deshalb das Dach einer Halle öffnen muss. Versuchen zu erklären, warum die 5.500, die sich darin befinden, einen solch infernalischen Lärm verursachen, sollte man schon gleich gar nicht, aber vielleicht sollte man es mit einem Namen probieren. Etwas zungenbrecherisch zugegeben, aber zumindest denen geläufig, die der Leichtathletik verbunden sind und noch mehr denen, die wissen, dass der Allergrößte ein kleiner Mann aus Äthiopien ist, der auf den Namen Haile Gebrselassie hört.“ Mit diesen Zeilen beginnt ein Text, der am 17. Januar 1999 im SONNTAG erschien und auf das Topereignis beim damals 15. INDOOR MEETING KARLSRUHE hinwies. Die 3000 Meter mit der äthiopischen Lauflegende Haile Gebrselassie, der diese Strecke in der Europahalle insgesamt fünfmal gewann (1997,1998, 1999, 2003 und 2004) und dabei einmal Weltrekord lief. Natürlich ist die 98er Zeit von 7:26,15 Minuten des zweimalige Olympiasiegers über 10.000 Meter nach wie vor Meetingrekord und die 3000 Meter eine Kultstrecke, denn auch Dieter Baumann, der diese Strecke zweimal gewann, lief hier 1995 beim Meeting Europarekord in 7:37,51 Minuten. Eine Zeit, die nach wie vor deutscher Hallenrekord ist. Bei jeder Auflage der 3000 Meter ist die Stimmung in Karlsruhe ungebrochen hoch. So auch in der neuen Arena, wo die Mittelstreckendisziplin 2015 und 2016 aufgelegt wurde. 2016 sicherte sich der Kenianer Augustine Kiprono Choge den siegt in einem packenden Schlussspurt.

In Lobingers Wohnzimmer

Wenn einer sieben Mal bei derselben Veranstaltung gewonnen hat, darf er diesen Ort des Geschehens durchaus als sein „Wohnzimmer“ bezeichnen. Tim Lobinger hat das Kunststück fertig gebracht, in einem Zeitraum von elf Jahren sieben Mal den Stabhochsprung-Wettbewerb in der Europahalle zu gewinnen. Am 14. Februar 1997 stand er zum ersten Mal ganz oben auf dem Podest. Sein letzter Meeting-Sieg datiert vom 10. Februar 2008. Dazwischen lagen Erfolge in den Jahren 1999, 2001, 2002, 2004 und 2005. Eines allerdings war ihm vergönnt: Der Meetingrekord blieb für den Mann, der 1997 als erster deutscher Stabhochspringer die magische Sechs-Meter-Marke im Freien überflog, unerreichbar. Den hielt viele Jahre lang Sergej Bubka mit 5,80 Metern, die er bei seinem Sieg 1991 übersprang. Ein Rekord, der von Michael Stolle 1998 eingestellt wurde, aber der erst 2013 vom französischen Olympiasieger der Spiele von London, Renaud Lavillenie mit 5,83 Meter überboten werden konnte. Doch 2015 (5,86 Meter) und 2016 mit übersprungenen 5,91 Meter egalisierte Lavillenie seinen 2013 eigens aufgestellten Meetingrekord. Damals setze er sich gegen den Canadier Shawnacy Barber sowie Raphael Holzdeppe durch.

Auf den Spuren des großen
Larry Myrriks

Schon bei der Erstauflage des INDOOR MEETINGs im Jahre 1985 war der Weitsprung-Wettbewerb der Männer mit am Start. Gewonnen hat ihn damals der US-Amerikaner Larry Myricks. Er gehörte in den 70er-Jahren zu den weltbesten Weitspringern. Insgesamt konnte er das Meeting in Karlsruhe viermal gewinnen. Zudem hält Myricks mit einer Weite von 8,38 Meter auch noch den aktuellen Meeting-Rekord. In seinen Anfängen gehörte der Weitsprung-Wettbewerb schon standartmäßig zum Repertoire des INDOOR MEETINGs. In den späten 90ern wurde jedoch bei der Programmgestaltung der Fokus vermehrt auf den Dreisprung gelegt. Erst im Jahre 2010 nahm man den Weitsprung wieder mit ins Programm. Der letzte Gewinner beim INDOOR MEETING war 2013 Christian Reif, der sich mit einer Weite von 8,01 Meter gegen den Schweden Michel Torneus durchsetzte. Diese Weite hätte in den vergangenen drei Jahren beim INDOOR MEETING in der Messehalle nicht zum Sieg gereicht. 2015 waren es Eusebio Caceres (8,16 Meter) sowie 2016 Lokalmatador Julian Howard, der mit seinen 8,03 Meter die Acht-Meter-Marke knackte. Im vergangenen Jahr siegte der Südafrikaner Godfrey Khotso Mokoena mit einer Weite von 8,05 Meter.

Karlsruher Team-Juniorencup

Seine Premiere in der Halle 2 der Messe Karlsruhe hat das INDOOR MEETING bereits im letzten Jahr erfolgreich gemeistert. Eine andere Premiere in der 32-jährigen Ära der erfolgreichen Leichatathletik-Veranstaltung feiert in diesem Jahr der Karlsruher Team-Juniorencup. Dabei haben jugendliche Nachwuchsathleten die Möglichkeit, sich vor großem Publikum zu präsentieren. Im Vorprogramm des Meetings gehen die Jugendlichen an den Start und sammeln für ihre Städte Punkte, um am Ende auf dem Treppchen ganz oben zu stehen.

In den Disziplinen 60 Meter und 800 Meter werden sowohl die männliche Jugend U18 als auch die weibliche Jugend U18 aus den Städten Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Freiburg um Punkte kämpfen. Dabei starten immer zwei Teilnehmer aus einer Region pro Disziplin. Dies bedeutet, der Gesamtwettbewerb wird aus den vier Einzelwettbewerben 60 Meter männliche Jugend, 60 Meter weibliche Jugend, 800 Meter männliche Jugend und 800 Meter weibliche Jugend bestehen. Dem Sieger einer Disziplin winken 8 Punkte für die Gesamtwertung. Absteigend von sieben bis einem Punkt sammeln die weiteren Plätze Punkte für ihren jeweiligen Stadtkreis. Am Ende wird eine Stadt den Gesamtsieger des Karlsruher Team-Juniorencups stellen.

Ob sich die Athleten aus Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart oder Freiburg durchsetzen werden? Wir dürfen gespannt sein!

60 M REKORDE

WELTREKORD
Maurice Green - 00:06,39 - USA
03.02.1998, Madrid

EUROPAREKORD
Dwain Chambers - 00:06,42 - GBR
07.03.2009, Turin

MEETINGREKORD
Ronald Pognon - 00:06,45 - FRA
13.02.2005, Karlsruhe

800 M Rekorde

WELTREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

EUROPAREKORD
Wilson Kipketer - 01:42,67 - DEN
09.03.1997, Paris

MEETINGREKORD
Yuriy Borzakovskiy - 01:44,15 - RUS
27.01.2001, Karlsruhe

3000 M Rekorde

WELTREKORD
Daniel Komen - 07:24,90 - KEN
06.02.1998, Budapest

EUROPAREKORD
Sergio Sánchez - 07:32,41 - ESP
13.02.2010, Valencia

MEETINGREKORD
Haile Gebreselassie - 07:26,15 - ETH
25.01.1998, Karlsruhe

Stabhochsprung Rekorde

WELTREKORD
Renaud Lavillenie - 6.16 - FRA
15.02.2014, Donezk

EUROPAREKORD
Renaud Lavillenie - 6.16 - FRA
15.02.2014, Donezk

MEETINGREKORD
Renaud Lavillenie - 5.91 - FRA
06.02.2016, Karlsruhe

Zusatz: Weitsprung Rekorde

WELTREKORD
Carl Lewis - 8,79 - USA
27.01.1984, New York

EUROPAREKORD
Sebastian Bayer - 8,71 - GER
08.03.2009, Turin

MEETINGREKORD
Larry Myricks - 8,38 - USA
07.02.1988, Karlsruhe