6. Februar 2016: Olympiasieger Renaud Lavillenie mit neuem Meeting-Rekord

Weltklasse-Start der IAAF World Indoor Tour in Karlsruhe

Alles war angerichtet. Eine Top-Arena, eine Top-Leichtathletik-Bahn, ein mit 4.600 Besuchern restlos ausverkauftes Haus – fehlten also nur noch die Top-Leistungen der Athleten. Und diese ließen auch nicht lange auf sich warten. Zum Auftakt der neuen IAAF World Indoor Tour präsentierten sich die Stars der Leichtathletik in Karlsruhe in Top-Form.

Allen voran der Olympiasieger und Weltrekordhalter im Stabhochsprung drückte dem INDOOR MEETING mit seinem neuen Meeting-Rekord über 5,91 Meter wieder seinen Stempel. Nicht weniger erfolgreich zeigten sich die Sprint-Stars Dafne Schippers und Mike Rodgers, die sich über die 60 Meter siegreich waren. Der Olympiasieger Renaud Lavillenie zeigte sich von der Atmosphäre in Karlsruhe begeistert: „Es war ein klasse Wettkampf. Ich hatte mich gestern im Training ein wenig verletzt. Umso schöner, dass es heute zu einem neuen Meeting-Rekord gereicht hat. Leider sind es am Ende nicht die sechs Meter geworden.“ Sportdirektor Alain Blondel ergänzte: „Es war wieder ein Weltklasse-Meeting. Auch wegen den hervorragenden Leistungen von Dafne Schippers, Mike Rodgers und Renaud Lavillenie.“ Sportdirektor Alain Blondel und Martin Wacker, Geschäftsführer der ausrichtenden KARLSRUHE EVENT GmbH, richteten ihren Dank an die Sponsoren: „Ohne die breite Unterstützung der Wirtschaft wäre eine Leistung auf diesem Niveau nicht möglich!“

 

Bereits im Vorprogramm fanden die Athleten des Karlsruher Team-Juniorencups eine sehr gut gefüllte Halle vor. Bei diesem erstmals stattfindenden Team-Juniorencup traten die Städte Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Freiburg um den Gesamtsieg an. Am Ende sicherten sich die Athleten aus Stuttgart den Titel der Erstauflage des Karlsruher Team-Juniorencups. Und auch das abschließenden 800-Rollstuhl-Rennen, welches der Deutsche Marc Schuh in einer Zeit von 1:49,46 Minuten für sich entschied, fand beim Publikum großen Anklang. Im Hauptprogramm entschied das Duell der Kolosse im Kugelstoß-Wettbewerb der Kanadier Tim Nedow für sich, der mit seinem letzten Stoß über 20,89 Meter doch noch den Rumänen Andrei Gag (20,55 Meter) vom ersten Platz verdrängte. Die exzellente Stimmung in der Halle 2 der Messe Karlsruhe nutzte auch Lokalmatador Julian Howard zum Sieg im Weitsprung. Der für die LG Region Karlsruhe startende Athlet setzte sich mit einer Weite von 8,03 Meter vor dem Briten Dan Bamble (7,72 Meter) durch. Über die 400 Meter der Frauen sicherte sich Natasha Hastings aus den USA in einer Zeit von 52,60 Sekunden den Sieg vor der Dänin Sara Slott Petersen, die trotz persönlicher Bestleistung zwanzighundertstel hinter Hastings die Ziellinie überquerte. Dass Deutschlands beste Hürdensprinterin Cindy Roleder über die 60 Meter Hürden ernsthafte Konkurrenz an ihrer Seite hatte, zeigte schließlich der Finallauf über die Hürdendistanz. Hier sicherte sich US-Amerikanerin Kendra Harrison in 7,86 Sekunden vor ihrer Landsfrau Nia Ali (7,94 Sekunden) den Titel. Cindy Roleder belegte in einer Zeit von 7,96 Sekunden Rang Vier. Der Pole Adam Kszczot triumphierte über die 800 Meter der Männer. Er lief die 800 Meter in 1:45,96 Minuten. Bei den 1500 Metern der Frauen setzte sich Axumawit Embaye aus Äthiopien in einer Zeit von 4:08,22 Minuten durch.

 


Ihre sehr guten Leistungen von den Baden-Württembergischen Meisterschaften bestätigte hingegen Marie-Laurence Jungfleisch, die sich den Sieg im Hochsprung beim INDOOR MEETING KARLSRUHE sicherte. Sie übersprang als einzige Athletin die 1,93 Meter. Ihre größte Konkurrentin Oksana Okuneva aus der Ukraine scheiterte an dieser Höhe dreimal und landete auf dem zweiten Platz. Im Dreisprung gewann der Cubaner Alexis Copello mit einer Weite von 16,99 Meter. Mit dieser Weite verwies er Jonathan Drack aus Mauritius (16,67 Meter und damit persönliche Bestleistung) auf den zweiten Platz. Die 3000 Meter der Männer entschieden die Läufer-Nationen aus Kenia und Äthiopien unter sich. Augistine Kiprono Choge gewann die 3000 Meter-Distanz in 7:43,22 Minuten vor dem Kenianer Yomif Kejelcha (7:43,45 Minuten).

Das Finale der Männer über die 60 Meter konnte an Spannung kaum übertroffen werden. Die beiden Vorlauf-Sieger Mike Rodgers aus den USA und Kim Collins aus St. Kidds und Navis lieferten sich ein Kopf an Kopf-Rennen im Finallauf. Am Ende sicherte sich der US-Amerikaner Mike Rodgers in 6,52 Sekunden und einem Vorsprung auf Collins von zweihundertstel Sekunden den Sieg über die 60 Meter-Sprintdistanz. Beim Frauenfinale über die 60 Meter war es gar noch enger. Hier entschied am Ende eine hundertstel Sekunden um den Sieg. Schließlich setzte sich Sprint-Star Dafne Schippers in 7,08 Sekunden vor Barbara Pierre aus den USA durch.

                                                

Viele erwarteten schon vorher den Stabhochsprung-Wettbewerb als „das Highlight“ des 32. INDOOR MEETINGs. Und diese Erwartungen wurden den Besuchern erfüllt. Raphael Holzdeppe, der WM-Silbermedaillengewinner von Peking 2015 scheiterte bei einer Höhe von 5,77 Metern. Der kanadische Weltmeister Shawnacy Barber scheiterte Dreifach an den 5,84 Meter. So bleib es Olympiasieger und Weltrekordhalter Renaud Lavillenie überlassen, den Stabhochsprung-Wettbewerb für sich zu entscheiden. Dies tat der Franzose auch. Und zwar mit einem neuen Meeting-Rekord. Den von ihm selbst im vergangen Jahr aufgestellten Meeting-Rekord von 5,86 Meter knackte der Franzose und übersprang in seinem letzten Versuch die 5,91 Meter. Damit zeigte sich der Franzose beim INDOOR MEETING in gewohnt starker Form. Martin Wacker, Geschäftsführer der ausrichtenden KARLSRUHE EVENT GmbH, richteten ihren Dank nach dem INDOOR MEETING KARLSRUHE 2016 an die Sponsoren: „Ohne die breite Unterstützung der Wirtschaft wäre eine Leistung auf diesem Niveau nicht möglich!“ Die Messehalle 2 tobte in diesem Jahr alle voran beim Meeting-Rekord von Lavillenie. Ein absolut gelungener Abschluss eines INDOOR MEETING KARLSRUHE und ein gelungener Auftakt in die IAAF World Indoor Tour. Die weiteren drei Meetings in Boston, Stockholm und Glasgow können folgen.